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Entlohnung im Multi Level Marketing

Der Hersteller eines im Wege des Multi Level Marketing zu vertreibenden Produktes wird sich regelmäßig einer rechtlich selbstständigen Handlungsform (Konzerngesellschaft, verbundenes Unternehmen, vertraglich gebundenes Unternehmen) bedienen, um das Multi Level Marketing System aufzuziehen.
Pro verkaufte Produkteinheit wird eine zumeist mehr oder weniger feste Provisionssumme gezahlt, die sich jedoch in der in der Grafik gezeigten Art und Weise auf viele Ebenen (Multi Level) aufteilt. Das Beispiel zeigt die Verhältnisse und Bezeichnungen bei einem großen Finanzdienstleister, ist jedoch unschwer auf alle MLM-Systeme übertragbar:
Ein betrügerisches System, nicht wahr? Je 1000 € erzielte Abschlußsumme gelten als eine Einheit (EH). Je EH werden 12 € Provision gezahlt, und zwar in der Weise, daß der den Abschluß erzielende seinen Anteil plus alle niedrigeren Provisionsanteile erhält, alle über ihm in der Hierarchie stehenden erhalten einen eigenen Anteil (verdienen also an hierarchieniederen Verkäufen mit), ohne jedoch selbst verkauft zu haben.
Verkauft beispielsweise ein Repräsentant 1 EH, so erhält er 4,-- € Provision. Gleichzeitig erhalten alle direkt über ihm stehenden den genannten Provisionsbetrag (linke Spalte). Verkauft jedoch ein Gruppenleiter 1 EH, so erhält er 1 + 2 + 4 = 7,-- € und nur noch die über ihm in der Hierarchie befindlichen erhalten die genannten Provisionsbeträge. Die unter ihm stehenden Geschäftsstellenleiter und Repräsentanten gehen leer aus (rechte Spalte). Insgesamt werden vom Veranstalter des Strukturvertriebes aber immer nur 12,-- € Provision gezahlt.
Während die unteren Schichten der Pyramide häufig wechseln und kaum nennenswert verdienen dürften, erhalten die oberen Etagen von jedem durch die Repräsentanten, Geschäftsstellen- und Gruppenleiter erzielten Geschäftsabschluß einen Provisionsanteil. Nur allein durch die Tatsache, daß man es geschafft hat, sich lange in diesem System zu halten, und viele Leute in die Pyramide eingeführt hat, entwickelt sich dadurch etwas, was Verfechter des Systems als residual income (etwa: selbsttätiges Einkommen) bezeichnen. Dieses zeichnet sich dadurch aus, ohne jede Anstrengung zu entstehen, unabhängig von einer tatsächlichen Arbeitsleistung. Nur die Tatsache, jemanden ausgebildet oder auch nur in das System eingeführt zu haben begründet einen prinzipiell lebenslangen Anspruch auf einen Anteil seiner späteren Einkünfte! Das ist einerseits eines der wichtigsten Werbeargumente, andererseits aber auch einer der wichtigsten prinzipiellen Gründe dafür, daß dieses System inhärent unseriös ist.

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